Die allgemeine Definition von Feinstaub schliesst Partikel ein, die nicht kleiner als 100 Nanometer sind. Partikel mit einer Grösse unterhalb 100nm werden hingegen als "ultrafeine Partikel" oder "UFP" bezeichnet und sind nicht Gegenstand dieses Artikels. Gemäss der oben genannten Feinstaubdefinition, die Partikel mit einer Grösse von 0,1 bis 10 Mikrometer einschliesst, verursachen die Partikel eine höhere Gesundheitsgefährdung, je geringer ihre Grösse ist und je tiefer sie in unser Atmungssystem eindringen und in den Blutkreislauf gelangen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft Feinstaub in der Luft als Karzinogen der Gruppe 1 und als das grösstes Umweltrisiko für die Gesundheit ein, das jährlich für einen von neun Todesfällen verantwortlich ist . Abb. 1 zeigt die Grössenordnungen häufiger Verunreinigungsquellen, inklusive der zur Entfernung solcher Verunreinigungen eingesetzter Filtertechnologien (adaptiert aus: John Wiley and Sons, Best Practices Guide to Residential Construction, 2006).
Üblicherweise werden Feinstaubwerte als "Massekonzentration" in μg/m3 gemessen. Der Hintergrund ist, dass das älteste und genaueste Verfahren zur Messung des Feinstaubs die gravimetrische Methode ist. Bei diesem Verfahren werden nach der Grösse vorsortierte Partikel über einen längeren Zeitraum (meist 24h) in einem Filter gesammelt und die Gewichtszunahme des Filters bestimmt. Die Massekonzentration wird anschliessend durch den Quotienten aus Massezuwachs und Gesamtluftvolumen bestimmt, welches innerhalb der Messzeit den Filter passiert hat. Der resultierende Wert wird in μg/m3 angegeben . Wenngleich gravimetrische Methoden seit langem als die genaueste Möglichkeit zur Bestimmung der Massekonzentration etabliert sind, unterliegen sie einigen praktischen Einschränkungen in Bezug auf ihre Verbreitung in alltäglichen Anwendungen: diese Instrumente sind gross, kostenintensiv und können lediglich eine Feinstaubklasse pro Messung verarbeiten (z. B. PM2,5). Echtzeit-Probenahmen sind nicht möglich und Anzahlkonzentrationen von Partikeln können nicht ausgeben werden.
Um eine besser geographische Abdeckung mit Messstationen zu erreichen und/oder um Feinstaubkonzentrationen in Echtzeit zu messen werden zunehmend optische Partikelzähler (Optical Particle Counter - OPC) zur Überwachung der Luftqualität eingesetzt. Diese Instrumente basieren Grossteils auf Streuung von Licht an den in der Luft schwebenden Feinstaubpartikel. In diesen Geräten werden Partikel gezielt durch den Strahl einer Lichtquelle (üblicherweise ein Laserstrahl) geführt und das dabei verursachte Streulicht von einer Fotodiode erfasst und ausgewertet. Gegenwärtig ist die optische Erkennung aufgrund ihrer einfachen Nutzbarkeit sowie eines unübertroffenen Preis-Leistungs-Verhältnisses die am weitesten verbreitete Technik. Während der vergangenen Jahre wurden OPCs kompakt genug, um sie in Klimaanlagen, Luftüberwachungs-Geräten sowie Luftreinigern zu integrieren, und sie zur Regulierung und Kontrolle der Luftqualität in Haushaltsgeräten, Autos sowie Aussenumgebungen einzusetzen.
Obwohl das Grundprinzip von OPCs in Bezug auf die Implementierung simpel erscheinen mag, unterscheiden sich diese in der Qualität der Messung stark. Abhängig von der Konstruktion dieser Geräte und der internen Datenverarbeitung, reagieren sie empfindlich auf Erkennungsfehler durch unterschiedliche optische Eigenschaften der Partikel (z. B. Form und Farbe) sowie unterschiedliche Massedichten. Die Qualität der Massebestimmung hängt daher stark von den Algorithmen des Herstellers zur Konvertierung des optischen Messsignals in die Massekonzentration des Feinstaubs ab. Darüber hinaus hat die interne Strömungsführung einen starken Einfluss auf die Langzeitstabilität des Sensors, da sich Partikel, bei einer schlechten Strömungsauslegung, an ihren optischen Komponenten (Laser, Fotodiode, Strahlfalle) absetzen können und damit die Messgenauigkeit im Laufe der Zeit verschlechtern.
Arbeitsprinzip
Das Arbeitsprinzip des Sensirion SPS30 basiert auf Laserstreuung. Im Inneren des Sensors wird mithilfe eines Ventilators ein geregelter, von der Temperatur unabhängiger Luftstrom erzeugt. Wie in Abb. 2 dargestellt, stabilisiert eine interne Regel-Schleife zwischen Mikroprozessor und Lüfter die Lüftergeschwindigkeit und somit den Luftstrom durch den Sensor. Feinstaub aus der Umgebungsluft wird durch den Luftstrom vom Einlass des Sensors bis zum Auslass getragen (schwarze Punkte in Abb. 3). In der Nähe der Fotodiode passieren die im Luftstrom enthaltenen Partikel einen fokussierten Laserstrahl, wie in Abb. 3 rot dargestellt, und streuen dabei das Laserlicht. Dieses Streulicht wird anschliessend von der Fotodiode in ein elektrisches Signal gewandelt und auf dem internen Mikrokontroller des SPS30 durch die proprietären Sensirion-Algorithmen in einen Ausgabewert für die Masse- und Anzahlkonzentration konvertiert.