Investor Relations

25.08.2021, Ad-hoc Mitteilung gemäss Art. 53 KR

Halbjahresbericht 2021

Die erste Hälfte 2021 war für Sensirion von drei Entwicklungen geprägt. Weitere Kunden-Ramp-ups im Umweltbereich und eine sehr dynamische postpandemische Nachfrage im bestehenden Geschäft führten zu einem starken Umsatzwachstum.

Andererseits flaute die COVID-19-bedingte Nachfrage nach Sensoren für Beatmungsgeräte wie erwartet ab. Zudem verstärkte Sensirion ihr Technologieportfolio mit weiteren Zukäufen im Rahmen der Umsetzung ihrer längerfristigen Wachstumsstrategie. Der konsolidierte Umsatz lag bei CHF 144.4 Mio., die Bruttomarge wie auch die EBITDA-Marge erreichten ausserordentlich hohe Werte von 61.9 % bzw. 31.8 %.

Erneut blickt die Sensirion Holding AG, eine führende Anbieterin von Umwelt- und Flusssensoren, auf ein intensives wie auch sehr erfolgreiches Halbjahr zurück. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die erste Hälfte 2021 primär von drei Entwicklungen gekennzeichnet war. Erstens trugen weitere Kunden-Ramp-ups mit den neuen Produktlinien im Umweltbereich wesentlich zum starken Umsatzwachstum bei. Zweitens zeigte sich eine sehr dynamische postpandemische Nachfrage im bestehenden Geschäft mit Feuche- und Gasflusssensoren. Dies reflektiert die sich rasch erholende Weltwirtschaft, wird jedoch teilweise auch angetrieben durch Lageraufbau bei Sensirions Kunden infolge der weltweiten Knappheit an Elektronikkomponenten. Drittens flaute die pandemiebedingte Nachfrage nach Sensoren für Beatmungsgeräte wie erwartet ab. Als Folge des starken ersten Halbjahres hat Sensirion anfangs Juli den Ausblick für das Gesamtjahr 2021 erhöht. Im Rahmen der Umsetzung von Sensirions längerfristigen Wachstumsstrategie verstärkte Sensirion ihr Technologieportfolio mit weiteren Zukäufen.

Starkes Umsatzwachstum dank neuer Produktlinien und postpandemischer Markterholung

Das Halbjahr schliesst mit einem Umsatz von CHF 144.4 Mio. (+27.0% gegenüber der Vorjahresperiode, +29.2% organisch, +1.3% akquisitorisch, -3.5% durch Fremdwährungseffekte) ab. Davon stammen CHF 17.0 Mio. (Vorjahresperiode CHF 21.4 Mio.) aus dem COVID-19-getriebenen Sondergeschäft mit Gasflusssensoren für Beatmungsgeräte. Bereinigt um diesen einmaligen Sondereffekt resultierte ein starkes Wachstum von 37.7% im Jahresvergleich. Aufgrund der hohen Auslastung und operativer Leverage-Effekte verbesserte sich die Bruttomarge auf ausserordentlich hohe 61.9%. Die EBITDAMarge liegt bei ausserordentlich hohen 31.8%. Dies als Folge von Sondereffekten wie auch infolge des verzögerten Aufbaus von Personal für weitere Wachstumsprojekte. Auf Stufe Betriebsergebnis wurde ein Gewinn von CHF 38.5 Mio. ausgewiesen, was in einen Nettogewinn von CHF 34.8 Mio. mündete. Der operative Cashflow betrug CHF 39.1 Mio., der freie Cashflow CHF 33.0 Mio. Wie im März angekündigt, erfolgt die Rechnungslegung neu gemäss Swiss GAAP FER.

Starkes Wachstum in drei von vier Endmärkten

Der Automobilmarkt zeigte ein starkes Wachstum von 32.9% im Jahresvergleich auf CHF 33.8 Mio. Im Gegensatz zum Vorjahr wurde dies vor allem durch das Tier-II-Geschäft mit Sensorkomponenten getrieben, da sich die laue Nachfrage des Vorjahres kräftig erholte. Das modulbasierte Tier-I-Geschäft hingegen zeigte nach einem starken Anstieg im Vorjahr eine temporäre Konsolidierung. Sobald sich die Allokationssituation an den internationalen Märkten entspannt, erwartet Sensirion im Automobilmarkt eine Beruhigung der starken Nachfrage.

Die Verkäufe im Medizinalmarkt waren ein letztes Mal geprägt vom Sondergeschäft mit Beatmungsgerätesensoren infolge der COVID-19-Pandemie. Der gesamte Umsatz im Medizinalmarkt reduzierte sich um -15.1% auf CHF 36.4 Mio. Bereinigt um die COVID-19-Sonderumsätze von CHF 17.0 Mio. (Vorjahresperiode CHF 21.4 Mio.) resultierte ein gegenüber der Vorperiode stabiler Umsatz. Sensirion erwartet bei dieser Sonderkonjunktur eine Normalisierung und keine weiteren materiellen Umsatzbeiträge in der zweiten Jahreshälfte.

Eine sehr hohe Dynamik verzeichnete Sensirion im breit diversifizierten Industriemarkt: Der Umsatz erhöhte sich um 68.0% auf CHF 61.9 Mio. (Vorjahresperiode CHF 36.8 Mio.). Haupttreiber waren hier wichtige Kunden-Ramp-ups mit Sensirions Lösungen im Umweltbereich. Im Appliance-Markt sieht Sensirion eine grosse Nachfrage nach Kombo-Modulen, welche die Messung zahlreicher Umweltparameter wie Temperatur, Feuchte, Feinstaub und Luftqualität in einem Gehäuse erlauben. Zusätzlich erzielte auch der erst kürzlich lancierte Formaldehydsensor bereits signifikante Umsätze. Sowohl im Appliance- wie auch im HVAC-Bereich spürt Sensirion zudem eine starke Nachfrage nach CO₂-Sensoren. Dank des innovativen und kompakten CO₂-Sensors der zweiten Generation ist Sensirion in diesem dynamischen Markt sehr gut positioniert. Der Bereich Gasmeter stagnierte in der Berichtsperiode, bei Harddisk hält erwartungsgemäss die rückläufige Nachfrage nach Feuchesensoren an, dies infolge des voranschreitenden Technologiewandels in Richtung Flashspeicherung.

Im sehr fragmentierten Consumermarkt wuchsen die Umsätze ebenfalls stark auf CHF 12.3 Mio. (+43.5% gegenüber der Vorjahresperiode). Das positive Resultat wurde primär dank einer hohen Nachfrage im breit gestreuten Distributionsmarkt wie durch erste Umsätze mit dem CO2-Sensor erreicht.

Gestärkte strategische Position im Umweltsensorikbereich

Wie anlässlich des Investorentages Ende März präsentiert, basiert Sensirions Wachstumsstrategie auf vier strategischen Schwerpunkten.

Erstens will Sensirion die Markt- und Kostenführerschaft in den Kernmärkten Feuchte- und Gasflusssensorik vorantreiben. Zweitens ist es Sensirions Ziel, Marktführer im gesamten Umweltsensorikmarkt zu werden. In diesen beiden strategischen Schwerpunkten erzielte Sensirion im ersten Halbjahr wichtige Fortschritte. Unter anderem lancierte Sensirion erfolgreich die vierte Generation Feuchtesensoren, die den Ausbau des bereits hohen Marktanteils in diesem wichtigen Markt unterstützt. Zudem feierte Sensirion kürzlich den Meilenstein einer Milliarde ausgelieferter Sensoren. Der neue Bereich Umweltsensorik trägt dank der zahlreichen Produktlancierungen der vergangenen drei Jahre mittlerweile stark zum Umsatzwachstum bei und erzielte im ersten Semester bereits mehr als 25% des gesamten Umsatzes. Sensirion sieht im Umweltsensorikbereich auch in den kommenden Jahren grosses Potenzial für weiteres Wachstum.

Technologiezukäufe zur Stärkung des langfristigen Wachstumspotenzials

Als dritten strategischen Schwerpunkt will Sensirion die technologischen Grundlagen für das weitere langfristige Wachstum entwickeln oder zukaufen. Rückblickend waren erfolgreiche Technologie-Akquisitionen in den vergangenen Jahren oft der Start- und Beschleunigungspunkt für erfolgreiche interne Produktentwicklungen. Diese sind verantwortlich für einige heutige Wachstumsfelder, zum Beispiel die Feinstaub- und Formaldehydsensorik oder das Tier-I-Geschäft im Automobilmarkt.

Im Rahmen dieses strategischen Zieles erwarb Sensirion im Februar 2021 die niederländische Firma Qmicro B.V. Die gründergeführte Firma entwickelt und produziert kompakte und hocheffiziente Mikrogasanalysatoren zur laufenden Analyse der Zusammensetzung von Gasgemischen, für Anwendungen im Umweltmonitoring wie auch im Erdgasmarkt. Des Weiteren schloss Sensirion im Mai 2021 die vollständige Übernahme der schweizerischen IRsweep AG ab, eines innovativen Anbieters von optischen Sensoriklösungen. IRsweep entwickelt, produziert und vertreibt optische Spektroskopielösungen im mittleren Infrarotbereich.

Sensirions Unternehmenskultur als entscheidende Grundlage für den Erfolg in anspruchsvollen Zeiten

Der vierte und wesentlichste Schwerpunkt der Wachstumsstrategie Sensirions bleibt die ausgeprägte Kultur der Innovation und des „Mitenand“. Sensirions Mitarbeitende waren in den letzten Monaten in zweifacher Hinsicht stark gefordert: Einerseits infolge der sehr hohen Dynamik des Geschäfts mit einer angespannten Allokationssituation, den zahlreichen Ramp-ups neuer Produkte wie auch dem Sondergeschäft mit Beatmungsgerätesensoren. Andererseits waren alle mit zahlreichen pandemiebedingten Entbehrungen und Unsicherheiten konfrontiert. Einmal mehr wurde Sensirions Unternehmenskultur auch von der international bekannten Organisation „Great place to work“ als zweitbester Arbeitgeber der Schweiz in der Kategorie „grosse Unternehmen“ wie auch mit einem Spezialpreis für den Umgang mit der Pandemie ausgezeichnet.

Anja König als neue Verwaltungsrätin gewählt

Anlässlich der Generalversammlung 2021, die pandemiebedingt leider erneut ohne Präsenz der Aktionäre stattfinden musste, wurden alle Anträge des Verwaltungsrates gutgeheissen. Anja König wurde dabei als weiteres Mitglied des Verwaltungsrates gewählt.

Ausblick bis Jahresende

Als Folge des positiven ersten Halbjahres erhöhte Sensirion anfangs Juli die Umsatzerwartung für das Gesamtjahr 2021. Sensirion bestätigt diesen Ausblick und erwartet neu für das Gesamtjahr 2021 einen konsolidierten Umsatz von CHF 260–280 Mio. (+3–10% gegenüber dem Vorjahr). Bereinigt um das COVID-19-Sondergeschäft ergibt dies ein Wachstum von 32–43%. Die Unsicherheiten bleiben jedoch auch in der zweiten Jahreshälfte 2021 hoch, da derzeit unklar ist, wie lange die herausfordernde Situation in der Lieferkette und die damit einhergehenden Lagereffekte anhalten werden. Auch bei der Profitabilität bestätigt Sensirion den Ausblick vom Juli 2021 und erwarten eine konjunkturbedingt weiterhin überdurchschnittliche Bruttomarge in den hohen Fünfzigern und eine überdurchschnittliche EBITDA-Marge in den hohen Zwanzigern.

Downloads

Media Downloads

Alle hochauflösenden Produktbilder von Sensirion sind in unserem Brand Hub verfügbar.

Letzte Aktualisierung