Investor Relations

21.08.2019, Ad-hoc Mitteilung gemäss Art. 53 KR

Halbjahresbericht 2019

Sensirion verzeichnet ein herausforderndes erstes Halbjahr 2019 infolge der aktuellen Krise in der Automobilindustrie, der deutlich niedriger als erwarteten weltweiten Industrieproduktion wie auch der anhaltenden globalen Handelsauseinandersetzungen.

Die Sensirion Holding AG, ein führender Anbieter von Umwelt- und Flusssensoren, blickt wie bereits am 11. Juli 2019 berichtet auf ein herausforderndes erstes Halbjahr 2019 zurück. In allen Märkten ist eine reduzierte Nachfrage und eine weiterhin geringe Visibilität spürbar. Hauptgründe hierfür sind die derzeitige Krise in der Automobilindustrie, die deutlich niedriger als erwartete weltweite Industrieproduktion wie auch die anhaltenden globalen Handelsauseinandersetzungen. Nach wie vor sind keine Signale seitens der Kunden für die ursprünglich zu Beginn des Jahres erwartete Erholung im zweiten Halbjahr 2019 wahrnehmbar. Aufgrund dessen wurde Anfang Juli der Ausblick für das Geschäftsjahr 2019 gesenkt. Trotz des momentan schwierigen Marktumfeldes stimmen die langfristigen Markttrends, die Technologien und die Produktpipeline. Wichtige Projektgewinne im Automobil- und Industriemarkt, die im vergangenen Halbjahr erzielt werden konnten, sowie neu lancierte Produkte im Umweltbereich (u. a. CO₂- und PM2.5-Sensorik) werden das Umsatzwachstum in den kommenden Jahren unterstützen. Sensirion bestätigt daher die mittel- und langfristigen Wachstumsaussichten.

Der konsolidierte Umsatz lag bei CHF 83.9 Mio. Der prozentuale Rückgang von 7.0% gegenüber der Vorjahresperiode wurde primär durch den starken Rückgang im Automobilbereich beeinflusst. Die Umsätze der anderen Endmärkte Medizintechnik, Industrie und Consumer sanken dank Zugewinn von Neugeschäft nur leicht. Der Umsatzrückgang ist auf reduzierte Nachfragevolumen zurückzuführen. Zudem gingen im Berichtsjahr weder Kunden noch laufende Projekte verloren. Die Bruttomarge betrug 53.2% und blieb damit stabil. Die um Sondereffekte bereinigte EBITDA-Marge erreichte 10.0%. Aufgrund der tiefen variablen Produktkosten litt der EBITDA überproportional unter dem Umsatzrückgang. Bereinigt um Sondereffekte resultierte ein Betriebsgewinn von CHF 1.6 Mio. und ein Nettogewinn von CHF 1.7 Mio. Unter Berücksichtigung der Sonderkosten, grösstenteils Kosten im Zusammenhang mit dem IPO, resultierte ein Verlust auf Stufe Betriebsergebnis von CHF 2.0 Mio. und ein Nettoverlust für die Periode von CHF 1.9 Mio. Der operative Cashflow betrug CHF 11.1 Mio., der Freie Cashflow CHF 1.0 Mio.

Schwache Automotive-Sparte, leicht schwächere andere Märkte

Der Umsatz des Endmarktes Automobilindustrie betrug CHF 24.9 Mio. (-14.1% gegenüber der Vorjahresperiode). Die stark rückläufige prozentuale Veränderung ist die Folge einer ausgeprägten Nachfrageschwäche in der Automobilindustrie, gekoppelt mit Lageroptimierungen in der ganzen Lieferkette. Trotz der aktuellen Marktsituation verlaufen neue Kundenprojekte wie geplant. Im neuen Bereich für Automobilmodule konnten wichtige Nominierungen verzeichnen werden, die in etwa drei Jahren Umsätze generieren werden.

In der Medizintechnik wurde ein Umsatz von CHF 17.3 Mio. (-3.3 % im Jahresvergleich) erwirtschaftet. Der Medizinalbereich wird dominiert vom Geschäft mit Schlafapnoetherapiegeräten (CPAP), welches ein starkes Vorjahr aufwies und im Berichtshalbjahr wieder im üblichen Rahmen des Langzeittrends war.

Mit CHF 35.0 Mio. lag der konsolidierte Umsatz im diversifizierten Industriemarkt unter demjenigen im ersten Halbjahr 2018 (-4.3% gegenüber der Vorjahresperiode). Neugeschäfte mit Differenzdrucksensoren in Anwendungen für Heizung, Lüftung und Klimatechnik und für die Prozessautomation wie auch wachsende Umsätze mit Gasmetern konnten die rückläufige Nachfrage im laufenden Geschäft teilweise kompensieren. Im Bereich Hard Drives war ein starker, konjunkturbedingter Rückgang zu verzeichnen.

Der Teilmarkt Consumer erzielte mit CHF 6.7 Mio. einen stabilen Umsatz im Jahresvergleich (-0.8%). Auch in diesem Markt konnten neu anlaufende Projekte das infolge der Handelsstreitigkeiten reduzierte laufende Geschäft nur knapp kompensieren.

Ankündigung eines innovativen neuen CO₂-Sensors

Die neuen Produktlinien Kohlendioxid (CO₂) und Feinstaub (PM2.5), die beide in 2018 lanciert wurden, sind weiterhin auf Kurs. Ein sehr gutes Marktfeedback wie auch weitere wichtige Nominierungen bilden die Grundlage für ein kontinuierliches und nachhaltiges Umsatzwachstum in den kommenden Jahren. Wie üblich in den Märkten dauert es ab Projektgewinn bis zur Serienproduktion typischerweise zwei bis drei Jahre.

Zur weiteren Stärkung der Umweltsensorik wurde kürzlich eine zweite Generation Kohlendioxidsensoren präsentiert. Innovative Mess- wie auch Packagingtechnologien ermöglichen es, den Sensor bei gleichbleibender Leistung deutlich kleiner zu gestalten. Diese Grösse, kombiniert mit einer sehr attraktiven Kostenstruktur, eröffnet neue Applikationen und damit weitere langfristige Wachstumschancen. Der Produktionsstart ist für die erste Hälfte 2020 vorgesehen.

Mittel- wie auch langfristige Aussichten bleiben stark

Trotz aktuell schwierigem Marktumfeld bleiben die mittel- und langfristigen Wachstumsaussichten unverändert stark, und die Markttrends, die Technologien und die Produktpipeline stimmen. Im Automobilbereich konnte in den vergangenen Monaten einige wichtige Neuprojekte für Module gewonnen werden. Im Industriebereich ist eine zunehmende Nachfrage nach höherwertigen Kombimodulen spürbar, welche die Messung mehrerer Umweltparameter in einer Einheit ermöglichen. Diese beiden Ergänzungen des Produktportfolios ermöglichen es, den Wertanteil in wichtigen Kundenanwendungen zu steigern. Daher wird an der bisherigen F&E-Intensität und am laufenden Ausbau unseres Produktionsstandorts in China festgehalten. Gleichzeitig wird auf das herausfordernde Marktumfeld mit einem intensivierten Kostenmanagement reagiert.

Für das längerfristige Wachstum wird aktuell in weitere Sensortechnologien investiert, die Sensirions Position als Innovations- und Technologieführer weiter stärken werden. Unter anderem wurde in der Berichtsperiode das geistige Eigentum einer elektrochemischen Sensortechnologie gekauft. Unterstützt von weltweit führenden Experten auf diesem Gebiet wurde mit der Entwicklung eines neuartigen Gassensors auf elektrochemischer Basis begonnen.

Zwei neue Verwaltungsräte

Am 14. Mai 2019 fand die 20. ordentliche Generalversammlung, die erste als börsenkotierte Gesellschaft, in Rapperswil-Jona statt. Alle Anträge des Verwaltungsrates wurden mit klaren Mehrheiten angenommen. Als Ersatz für das langjährige Verwaltungsratsmitglied Markus Glauser wurden die Herren François Gabella und Franz Studer in den Verwaltungsrat gewählt. Sensirion bedankt sich an dieser Stelle herzlich bei Markus Glauser für seine fast 20-jährige Treue und Unterstützung als wertvolles Mitglied des Verwaltungsrates. Er hat die Entwicklung von Sensirion vom ETH-Start-up zur kotierten Firma massgeblich mitbeeinflusst.

Ausblick bis zum Jahresende

Anfang Juli wurden aufgrund des aktuell schwierigen Marktumfeldes die Erwartungen für das laufende Geschäftsjahr gesenkt. Sensirion bestätigt diese Aussagen und erwartet einen Umsatz von CHF 160-170 Mio., eine unverändert starke Bruttomarge von 52-54% und eine bereinigte EBITDA-Marge von 9-12% für das Geschäftsjahr 2019.

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